Behörden für
Soziale Innovation aufschließen

Soziale Innovationen bieten großes Potential für aktuelle Herausforderungen. Große Hebel, diese Innovationen nutzbar zu machen ermöglicht die Verwaltungspraxis. Verwaltung kann durch Soziale Innovationen und gemeinwohlorientierte Unternehmen Inspiration finden, neue Lösungswege erkennen und auch deren bestehende Dienstleistungen oder Produkte für die tägliche Arbeit nutzen. Das Bremer Wirtschaftsressort stößt einen Prozess an, der Soziale Innovation als Querschnittsthema in die verschiedenen Ressorts bringen will. Und wir wurden beauftragt, sie auf dieser Reise zu begleiten.


Was beschäftigt uns

Ausgangssituation

Das Bremer Wirtschaftsressort befasst sich seit längerem mit dem Themenfeld Soziale Innovation (folgend auch: SI) und erkennt darin großes Potenzial für die gesamte landesbremische Verwaltung:

Soziale Innovationen bieten Einsparpotenziale in Milliardenhöhe für die öffentliche Hand, so die Studie "Wenn aus klein systemisch wird" von Ashoka und McKinsey. Die Bundesregierung schreibt in der im September 2023 verabschiedeten Nationalen Strategie für Soziale Innovation und Gemeinwohlorientierte Unternehmen: Es „(...)werden Zukunftsgestalterinnen und Zukunftsgestalter gebraucht, die neue und vielfältige Wege für die notwendigen Transformationen gehen. Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen leisten einen unverzichtbaren Beitrag. Sie ermöglichen uns, zunehmend komplexe Herausforderungen zu bewältigen, um Wohlstand wirksam und auf nachhaltige Weise im Sinne der UN Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu sichern.“
 

Soziale Innovationen können in ihrer Art vielfältig sein – Konzepte bis hin zu Geschäftsmodellen – und sie bedienen oft Querschnittsthemen. Deshalb soll das Thema Soziale Innovation gemeinsam und auch ressortübergreifend bewegt werden. Der Anspruch soll es sein, das Potential für die landesbremischen Herausforderungen zu verstehen, sich dazu zu vernetzen und Sozialen Innovationen in der Verwaltung Wege zu bahnen.


Welche konkreten Ideen haben wir

Lösungsansatz

Für den vom Wirtschaftsressort angestoßenen Prozess „Behörden für Soziale Innovation aufschließen“ setzen wir ein 3-teiliges Veranstaltungskonzept um. Gekennzeichnet sind die Veranstaltungen sowie Arbeitstreffen durch eine kreativ-explorative Herangehensweise und den Einsatz von Methoden aus den gestalterischen und sozialen Disziplinen sowie dem Innovationsmanagement.

Drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Soziale Innovation erleben | Auftakt-Veranstaltung
Den Auftakt bildet ein interaktives 3-stündiges Veranstaltungsformat, das am 2. November 2023 in den Räumlichkeiten der Kalle Co-Werkstatt stattfindet. In inspirierender Umgebung und bei gutem Essen legen wir mit Mitarbeitenden aus den verschiedenen Ressorts den Blick auf Soziale Innovationen und die Potentiale für die (eigene) Verwaltungspraxis. Tischdecke, Flaschen und Dekoration sind weitergedacht und dienen sogleich als Workshoputensilien für die Arbeit in Einzel- und Gruppensessions.

Um Soziale Innovation darüber hinaus erlebbar zu machen, werden von uns im Vorfeld Bremer und Bremerhavener Sozialinnovator*innen kontaktiert. Sie stellen wichtige Informationen zu ihrer Arbeit zur Verfügung, vermitteln uns in welche Ressorts die Kontakte für ihre Vorhaben bereits bestehen und welche Verbindungen – auch ressortübergreifend – fehlen. Zuletzt treten sie über eigens formulierte Statements in Kontakt mit den Workshop-Teilnehmer*innen.

Finding the Dots – gemeinwohlorientierte Praxis in der Verwaltung | Arbeitstreffen
Von November 2023 bis Januar 2024 folgen Arbeitstreffen mit kleinen und großen Gruppen wie auch Einzelpersonen verschiedener Ressorts (bzw. Abteilungen, Referate, Arbeitsbereiche), damit sowohl kleinteiliger als auch aus unterschiedlichen Perspektiven aufs Themenfeld geblickt werden kann. Es werden eigene Bedarfe, Hemmnisse und Ressourcen ergründet und weitere Berührungspunkte mit Sozialer Innovation identifiziert. All diese Punkte bilden die inhaltliche Grundlage für den nächsten Workshop.

 

Connecting The Dots – Schnittstellen für eine ressortübergreifende Zusammenarbeit | Workshop
Die Ergebnisse aus den ressortinternen Arbeitstreffen werden in einem 3-stündigen ressortübergreifenden Workshop im Januar 2024 miteinander verbunden, um den Blick auf Gemeinsamkeiten zu wenden, Handlungsfelder auszumachen und weitere Schritte anzuvisieren.

    zwei personen schreiben auf ein Papier an einem Tisch

    Was bewirkt es bei den Beteiligten

    Outcome

    Insgesamt 30 Personen aus 7 Ressorts haben aktiv teilgenommen. Das Feedback: Der Wunsch danach ist groß, genau jetzt am Themenfeld weiterzuarbeiten und ins Machen zu kommen, da sich ein Kreis von motivierten Menschen gefunden hat.

    konkrete Ergebnisse:

    • gemeinsames Verständnis von SI
    • Hohe Motivation & Relevanz: Alle Teilnehmenden wollen die Reise weiter fortsetzen, die meisten von ihnen sehen mittleres bis hohes Potential in SI für Verwaltung und die Mehrheit schätzt die eigene Handlungsfähigkeit relativ hoch ein.
    • Ein Ausschnitt erkannter Potentiale für Verwaltung: Soziale Innovationen…
      • bieten Inspiration & Perspektivwechsel
      • bergen Potential für (Wissens-)Kommunikation
      • dienen der Erreichung der Nachhaltigkeitsziele (SDGs)
      • fördern systemische Herangehensweise & ganzheitliches Handeln
      • bieten Möglichkeiten, um das Wissen von Bürger*innen einzubeziehen
      • können Lösungswege aufzeigen
      • bergen wirtschaftliches Potential, wenn Lösungen ins bestehende System integriert werden uvm.
    • Mindestens neun Handlungsfelder für Verwaltung in Bezug auf SI wurden erkannt und skizziert. Viele Ideen liegen in einem Speicher bereit, einige wurden bereits konkreter ausformuliert und mit Ansprechpartner*innen und Beteiligten versehen.
    • Das Bremer Wirtschaftsressort ist weiterhin Ansprechpartnerin und hält die Fäden zusammen solange es kein offizielles Mandat gibt.

     

    Und jetzt?
    Es ist wünschenswert, dass entstehende Handlungsoptionen angegangen werden, weitere Verantwortlichkeiten und Verbindlichkeiten entstehen, vor allem aber die intrinsische Motivation sich weiter entfalten und verbreiten kann.

    Wir sind gespannt, welcher Gestaltungswille zu Tage kommt! Wir haben auf jeden Fall noch viele Ideen, wie ressortübergreifende Zusammenarbeit und die Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen Sozialer Innovation und Verwaltung gestaltet werden kann.


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