Nachhaltigkeitsideen im Unternehmen umsetzen

Workshop beim Mittelstandstreff der IHK Bremen/Bremerhaven

18. November 2024

Workshop,

Laura Burchert

Eine Person erläutert etwas vor einem Flipchart. Andere Personen stehen im Halbkreis um sie herum und hören zu.

"Wie bekomme ich meine Nachhaltigkeits-Ideen im Unternehmen umgesetzt?"

... hieß die Leitfrage, zu der wir im Oktober 2024 im Mittelstandstreff der IHK Bremen und Bremerhaven mit Teilnehmenden gearbeitet haben. Denn der Blick auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit ist aus Unternehmen nicht mehr wegzudenken – die dadurch aber gleichzeitig auch vor große Herausforderungen gestellt werden. Bei allen Bemühungen um die Umsetzung und Berichterstattung von ESG-Kriterien bleibt das Gefühl von Wirksamkeit und messbaren Erfolgen oft auf der Strecke. Viele Nachhaltigkeits-Ideen und Bestrebungen landen nach einer ersten Euphorie allzu oft in der Schublade. Warum ist es so schwer, gute Ideen für mehr Nachhaltigkeit in Betrieben umzusetzen? Mit welchen Hebeln können Hürden und Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit transformiert werden?

Diesen Fragen haben wir uns mit rund 15 Teilnehmenden aus mittelständischen Betrieben gewidmet. Für uns ging es vor allem darum, zu verstehen: Wo stehen die Unternehmen aktuell? Wie weit sind sie in der Umsetzung von formalen Anforderungen und darüber hinaus an der Implementierung eigener Nachhaltigkeits-Konzepte?

 

Die Einblicke der diversen Gruppe zeigen: In der KMU-Landschaft Bremens stehen die Akteur*innen auf allen möglichen Stufen der Implementierung von Nachhaltigkeit. Ideen und nächste Schritte reichen von der Ermutigung und Einbeziehung aller Mitarbeitenden über die Sichtbarmachung des CO2-Impactes eines Produktes bis hin zu Bestrebungen eines klimapositiven Lieferverkehrs. Unter vielen sehr spezifischen Hürden finden sich aber auch immer wieder diese, die alle betreffen und von denen alle berichten – von der Ressourcenknappheit über interne Widerstände bis hin zur Komplexität regulatorischer Anforderungen.

Eine Person heftet einen Zettel an ein Flipchart
Es sitzen mehrere Menschen an einem großen Stuhlkreis mit Tischen. Sie gucken alle nach unten auf ihren Tisch.
Vier Menschen stehen vor einer Pinnwand und unterhalten sich.

Für uns hat sich vor allem gezeigt: Oft landen Nachhaltigkeitsideen in der Schublade, weil die Personen, die damit beauftragt sind, sie zu treiben, im Unternehmen zu wenig Macht und Hebel haben. Oder umgekehrt: Die Personen, die Ressourcen freigeben und Entscheidungen treffen können, sind an Themen der Nachhaltigkeit nicht beteiligt und/oder interessiert. Somit sabotieren sich Unternehmen selbst, indem sie schlechte Grundlagen oder im schlimmsten Fall Stolpersteine schaffen, die die effektive und wirksame Arbeit am Thema behindern.

Wie kann man diese Problematik lösen? Sicher nicht von heute auf morgen – leider. Die Strategien müssen sehr individuell sein, da die Ursachen an unterschiedlichen Stellen sitzen. Ansatzpunkte können dabei sein:

  • Erstmal mit kleinen Maßnahmen ohne große Aufwände und Kosten Erfolge schaffen und ausgiebig darüber berichten, um Vertrauen und Zuversicht zu schaffen
  • Anfangs möglichst gut messbare Maßnahmen umsetzen, deren Impact in klaren Zahlen wiedergegeben werden kann
  • Um das Kollegium zu aktivieren, sollte man Themen ermitteln, die eine größere Gruppe interessieren oder mit denen sich viele identifizieren. Viele Personen kommen schon mit dem Fahrrad zur Arbeit? Ruft eine monatliche Challenge aus, wer die meisten Kilometer schafft, wer das schönste Landschaftsfoto auf dem Weg zur Arbeit macht, und, und, und. Daran können zwangsläufig nur diejenigen teilnehmen und Spaß haben, die aufs Fahrrad umsatteln. Rückt die Themen in den Fokus, die (in Ansätzen) schon existieren, und schaffe Anreize, Teil davon zu werden.
  • Nachhaltigkeit ist mehr als Ressourcenschonung. Wenn die klimaneutrale Produktion eurer Produkte nicht von heute auf morgen geschafft werden kann, dann setzt bei anderen Themen an.
  • Sucht Verbündete im Unternehmen! Bestimmt gibt es weitere Personen, die ein persönliches Interesse an Nachhaltigkeitsthemen mitbringen. Bezieht sie ein, zeigt, dass ihr offen für Vorschläge und Unterstützung seid.
  • Bestimmt wissen einige Personen aus dem Team gar nicht, was sich alles unter dem Thema Nachhaltigkeit verbirgt. Deshalb: Immer wieder informieren und aufklären und am besten Beispiele mitbringen. Vielleicht auch solche, die überraschen!
  • Wie wir beim Workshop gelernt haben: Viele Unternehmen nagen an den gleichen Themen. Netzwerkt innerhalb oder außerhalb eurer Branche (das kann auch einfach eine entspannte Mittagspause zusammen sein) und findet Kompliz*innen, die mit Tipps und Ideen unterstützen und die ihr unterstützen könnt.

 

Aber natürlich ist es nicht an den Nachhaltigkeits-Manager*innen, die auf verlorenem Posten abgestellt werden, das Rad wieder in die Spur zu bringen. Vielmehr müssen Führungsetagen endlich verstehen, wie viel wir zu verlieren haben, wenn Unternehmen nicht mal die Mindestanforderungen von Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Und auch, wie viel es zu gewinnen gibt, wenn bekannte Pfade verlassen und neue Strategien erprobt werden.

Es sitzen Menschen in einem Stuhlkreis mit Tischen. In der Mitte des Bildes, vorne im Raum, steht Anselm Stählin vor einer Beamerpräsentation und erzählt etwas.
Das Bild zeigt beige und orangene ovale Karten die an einer Pinnwand pinnen. Darauf steht u.a. "Begleitung & Beratung fehlen", "Machen > Kulturwandel", "Kreativen Start = Design Thinking Workshops", Nachhaltigkeits-Info-Tag".
Vier Personen stehen vor einer Pinnwand. Drei von ihnen schauen sich an, die vierte pinnt einen orangefarbenen Zettel an die Pinnwand.

Für die Unternehmen, die diesen Schritt gehen und wirklich in die Umsetzung kommen wollen, stehen wir sehr gerne als Partner*innen zur Seite. Dafür haben wir ein spezielles Workshop-Format entwickelt: „Zwischen Sprint & Flow“, das euch mit weiteren Akteur*innen aus Unternehmen und Organisationen zusammenbringt, um gemeinsam in kreativer Umgebung nach neuen Wegen zu suchen, sich im Feld der unternehmerischen Nachhaltigkeit zu bewegen. Die ausführliche Beschreibung dieses Formates findest du hier.

Abseits davon begleiten wir euch gerne auch länger als Sparringspartner*in, um immer wieder Reflexion und Impulse einzubringen. Sprich uns einfach an, wenn du dir eine Unterstützung durch uns vorstellen kannst.

Beide Optionen könnt ihr co-finanzieren mit dem Programm „Diversity in KMU“ der BAB – Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven. Dabei werden je 50% der Kosten für euer Personal und unsere Honorare übernommen. Gerne unterstützen wir euch bei der Antragstellung. Alles zum Programm ist hier nachzulesen.

 


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