Aufbauend auf unseren Erfahrungen und dem Feedback von Teilnehmenden aus unseren Partizipationsprozessen, legen wir mit diesem Projekt den Fokus auf neurodivergente Perspektiven in Gestaltungsprozessen: Anhand eines co-kreativen Designprozesses zu neurodivers-positiven Orten im städtischen Raum, erarbeiten wir – neben prototypischen Lösungsansätzen – Konzepte wie partizipative Gestaltungsprozesse designt sein müssen, um die Teilhabe für neurodivergente Menschen (u.a. mit Autismus-Spektrum-Störung, AD(H)S) zu ermöglichen. Die Erkenntnisse werden in einem Transferformat an Akteur*innen, die Gestaltungsprozesse initiieren/beauftragen (z.B. Behörden, Agenturen), weitergereicht.

Laut aktuellen Studien sind 10-15 % der dt. Bevölkerung neurodivergent. Darunter gibt es Menschen, die viel Unterstützung im Alltag brauchen, aber auch jene, die wenig Hilfe benötigen oder ihre neurodivergenten Merkmale verbergen und daher oft unsichtbar bleiben. Einige haben einen durch Ärzt*innen/ Therapeut*innen bescheinigten Grad der Behinderung, andere nicht. In einem neurotypischen Umfeld erleben jedoch alle von ihnen Barrieren. Entsprechend sind sie von gesellschaftspolitischen Gestaltungsprozessen (u.a. Stadtentwicklung, Klimaschutz, Gesundheitsversorgung) – wie Workshops oder andere Beteiligungsformate – oftmals ausgeschlossen. Somit werden ihre wertvollen Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse nicht berücksichtigt.
Vielen gastgebenden Akteur*innen scheint es „nebenbei“ nicht leistbar zu sein, neurodivergente Menschen zu beteiligen, sofern „klassisch“ gedacht und geplant wird, und sie nicht gesondert geschult bzw. erfahren sind. Das hat Konsequenzen für alle und hindert uns an zukunftstauglichem Wirken. Diesen Umständen wirken wir mit diesem Projekt in prozesshafter, partizipativer Arbeit entgegen, in Bremen und darüber hinaus:
Die Bedürfnisse und daraus resultierenden Bedarfe von Menschen bspw. mit Autismus-Spektrum-Störung, AD(H)S, Tourette-Syndrom oder Hochsensibilität in einem partizipativen Gestaltungsprozess sind sehr unterschiedlich: so haben einige u.a. Schwierigkeiten die Konzentration länger zu halten, Wortfindungs- und Sprachprobleme, Einschränkungen bei der Bewegungskoordination und dem räumlichen Bewusstsein, Herausforderungen ihr Verhalten auf ein Ziel auszurichten oder die Körpersprache und Mimik anderer Menschen zu interpretieren.
Gemeinsam mit neurodivergenten Menschen erforschen wir, wie partizipative Gestaltungsprozesse designt sein müssen, um die Teilhabe für sie zu ermöglichen und die Zusammenarbeit mit neurotypischen Personen zu fördern. Hierzu durchlaufen wir einen co-kreativen Prozess zum Thema neurodivers-positive Orte im städtischen Raum, in dem prototypische Lösungsansätze erarbeitet werden. So entwickeln, erproben und verändern wir beim Machen (Design-)Methoden und Rahmenbedingungen für inklusive Gestaltungsprozesse.
Diese werden in einem Transferformat an Akteur*innen/ Institutionen, die Gestaltungsprozesse initiieren/ beauftragen (z.B. Behörden) oder durchführen (z.B. Kreativ-Agenturen), weitergereicht und erlebbar gemacht. Das Gelernte bzw. Erlebte wird diese Multiplikator*innen sensibilisieren und dazu motivieren mit Entschlossenheit und konkreten Mitteln zum Abbau von Barrieren beizutragen. Hierin liegt ein Hebel für nachhaltige Veränderungen in Feldern wie z.B. Stadtentwicklung. Mit Hilfe unseres Netzwerks werden die Projektergebnisse open source überregional geteilt.
Unsere Ziele: